Können Antitranspirante Alzheimer Erkrankungen hervorrufen?

Sascha Ballweg
15-09-2017 15:26

Nein. Es gibt keinen medizinischen oder wissenschaftlichen Nachweis darüber, dass das in AHC enthaltene Aluminiumhydrochlorid (kurz AlCl), bzw. Aluminium als reines Metall, in irgendeiner Form mit Alzheimererkrankungen in Zusammenhang steht. AlCl ist ein Aluminiumsalz, welches in vielen Deodorants und nahezu allen Antitranspiranten auf Grund der schweihemmenden Wirkung zum Einsatz kommt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR (www.bfr.bund.de), welches den Verbraucher über mögliche oder belegte Risiken von Produktinhalten informiert, gibt gemäß den Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA (www.efsa.europa.eu) bekannt: "Einen oft diskutierten Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Entwicklung der Alzheimer Erkrankung konnte die EFSA nicht bestätigen."

Gleichwohl empfiehlt die EFSA einen gewissen Grenzwert für aufgenommenes Alumium pro Woche nicht zu überschreiten. Tierversuche haben gezeigt, das Alumium in größeren Mengen negative Auswirkungen auf die Fortpflanzung, das Nervensystem und fruchtschädigend wirken kann. Diese Empfehlung der EFSA wird fälschlicherweise in der Argumentation gegen AlCl-Antitranspirante oft als Argument herangezogen. Tatsache ist jedoch, dass

1. das in AHC enthaltene AlCl überhaupt nicht in die unteren Hautschichten gelangen und somit in den Körper aufgenommen werden kann, da AHC keine Parabene enthält, welche die Wirkstoffe in die Blutbahnen der unteren Hautschichten transportieren könnte. Auch kann der Wirkstoff nicht über die Hautoberfläche durch vermeindliches "Einziehen" oder "Versickern" in die Lymphbahnen des Körpers gelangen. Diese haben keinerlei Verbindung zur Hautoberfläche.

2. bei bei sachgemäßer Anwendung gemäß beigelegter Informationen, der von der EFSA empfohlene Grenzwert für die Alumiumaufnahme i.H.v. 1 mg pro kg Körpergewicht/pro Woche selbst bei einer angenommen Aufnahme des Wirkstoffes durch kleine Hautverletzungen (z.B. Schnitte nach Rasur der Achselhaare) nicht erreicht werden kann.

Aluminium ist eines der häufigsten Elemente auf unserem Planeten. Wir kommen tagtäglich mit Aluminium in Berührung, da es ganz natürlich in der Atemluft, im Trinkwasser und beispielsweise in einigen Gemüsesorten vorkommt. Untersuchungen habenzudem  gezeigt, dass die tägliche Aufnahme von Alumium durch Bedarfsgegenständen (z.B. Kochtöpfe, Besteck, Kaffeemaschinen, Alufolie etc.) mit 3,5 mg (pro Tag) wesentlich höher ist als die jemals nachgewiesene Dosis durch Benutzung von Deodorantien/Antitranspiranten 7 µg (pro Tag)!

Wissenschaftliche Versuche haben gezeigt, dass die mögliche Aluminiumaufnahme durch die Haut nur sehr gering ist. Aus den Zahlen der Studie lässt sich grob errechnen, wie oft man ein Antitranspirant benutzen müsste, um den von der EFSA/EU vorgegeben Grenzwert zu überschreiten:

Ein 60 kg schwerer Mensch müsste ein 20%iges Antitranspirant über 8000 mal pro Tag anwenden, um den Grenzwert überhaupt zu erreichen! Da Aluminium über Nieren/Urin ausgeschieden wird, ist auch bei langfristiger Benutzung keine Überschreitung durch "Einlagerungen" zu erwarten.

Tags: alzheimer, gefährdung, inhaltsstoffe, nebenwirkung, sicherheit
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