Antihydral + AHC forte Antitranspirant Kombinationstherapie

Sascha Ballweg
04-04-2019 13:32

Hier geht es um extremen und nicht selten sogar abtropfendes Schwitzen an Händen und Füßen. Unser Lösungsansatz besteht darin, dieses Problem durch eine Kombinationstherapie zweier Mittel gegen Schwitzen zu lösen um deren Stärken zu kombinieren.

Dazu eine grundsätzliche Erklärung, warum dieses Vorgehen überhaupt notwendig ist:

Schweißhände/Schweißfüße sind ohne Medikamente oder OP meist nur sehr schwer und mit einem hohen Zeitaufwand zu therapieren, da die Haut eine sehr ungünstige Beschaffenheit hat und es sich bei diesen Körperregionen um "Kontaktflächen" handelt. Diese Flächen sind also fast ständig in Kontakt mit etwas, bzw. unterliegen sogar einer Reibung (z. B. die Füße beim Gehen). Dazu kommen ungünstige Verhornungen der Haut sowie die soziale Komponente, da zumindest die Hände oft gesellschaftlich "eingefordert" werden (Händeschütteln, berufliche Anforderungen, Sportübungen, Paartanz).

Hände und die Füße weisen also einige Merkmale auf, die es sehr langwierig machen können, diese zu therapieren.

Der Grund dafür liegt neben den oben bereits erwähnten Punkten darin, dass die Extremitäten typischerweise bereits beim Gedanken an das Schwitzen gleich wieder anfangen zu schwitzen.

Ein guter Lösungsansatz wäre hier die Anwendung eines besonders hoch dosierten Antitranspirants, wie beispielsweise AHC forte. Dies ist mit einer Dosierung mit rund 30 % Aluminiumchloriden unseres Wissens nach eines der stärksten frei erhältlichen Antitranspirante.

Doch was bringt all die Stärke, wenn das Antitranspirant nicht einwirken kann, weil es kurz nach dem Auftragen oder bereits während des Auftragens durch den Schweißfluß gleich wieder ausgewaschen wird?

Die Kombinationstherapie

Da ich selbst unter dem Problem abtropfender Schweißhände litt (Video) habe ich um das Jahr 2007 herum viel experimentiert und bin zu folgender Lösung gekommen: Es muss möglich sein, die Hände/Füße erst einmal vorübergehend so trocken zu bekommen, dass ein Antitranspirant wie AHC forte überhaupt einwirken kann, ohne vom austretenden Schweiß gleich wieder ausgewaschen zu werden. Denn Antitranspirante benötigen die Zeit über Nacht um zu wirken und dies am besten auf der trockenen Haut!

Nach langem hin und her, etlichen Selbstversuchen sowie Versuchen mit etlichen Mitleidenden in meinem Hyperhidrose-Selbsthilfeforum www.hyperhidrosehilfe.de bin ich auf eine Kombinationstherapie aus AHC forte (oder einem ähnlich hoch dosierten Antitranspirant) sowie der über Apotheken frei erhältlichen Salbe Antihydral gekommen. 

Antihydral

Antihydral bietet eine sehr effektive Möglichkeit die Haut zu trocknen. Man trägt diese Salbe dünn auf, wedelt die Hände ein bisschen sanft durch die Luft und schon hat man nach 1-2 Minuten ein Gefühl auf der Haut, wie man man Lehm oder Bauputz aufgetragen und diesen trocknen lassen hätte. Die Salbe läßt man über Nacht auf der Haut und wäscht diese am Folgemorgen ab.

Wiederholt man diesen Vorgang über mehrere Tage, wird man feststellen, dass sich das Schwitzen auch am Tage deutlich reduziert. Meist ist es so, dass dieses später und kürzer auftritt und nach einer Zeitraum X komplett verschwindet.

Nun könnte man natürlich sagen: "Hui, toll. Konzentriere ich mich (egal wo) auf Antihydral und genieße mein neues, trockenes Leben!"

Das Problem bei der Antihydral-Salbe ist jedoch, dass diese klare negative Hauteigenschaften hat. Dazu gehört neben einer grundsätzlich spröden und rissigen Haut auch eine deutliche Verfärbung ins gelbliche, die nach einiger Zeit auftritt. Es gilt demnach nicht nur aus meiner Erfahrung heraus als gesichert, dass eine dauerhaft durchgehende Anwendung mit Antihydral selbst bei sparsamer Anwendung deutliche Probleme in der Hautbeschaffenheit mit sich bringen kann. Antihydral sollte also möglichst keine Dauerlösung darstellen.

Antihydral ist jedoch eine hervorragende inititale Lösung. Das bedeutet, man kann Antihydral sehr gut nutzen um erst einmal relativ schnell ein trockenes Milieu zu schaffen.
Und dieses trockene Milieu eignet sich dann natürlich auch für die Anwendung des forte Antitranspirants!

Ablauf Kombinationstherapie

Wie soeben beschrieben, hat Antihydral sehr gute Trocknungseigenschaften aber auch ein paar negative Hauteigenschaften. Ziel muss es also sein möglichst schnell ein trockenes Haut-Milieu zu schaffen, in dem das forte Antitranspirant (20 % Aluminiumsalze oder mehr) gut einwirken kann ohne das die Antihydral Salbe ihrenegative Hauteigenschaften entfalten und die Haut zu sehr schädigen kann.

Dies erreicht man, in dem man anfangs über einen Zeitraum X jeden Abend initial ausschließlich Antihydral verwendet. 

Erkennt man einen deutlichen Trocknungseffekt und hält dieser auch etwas an, kann man ausprobieren die Salbe Stück für Stück durch AHC forte zu ersetzen.
Wir erinnern uns: Wichtig ist es ja, dass das AHC gut einwirken kann und nicht gleich ausgewaschen wird!

Am Ende geht es (zum Wohle der Haut) darum, das Antihydral möglichst bald und vollständig durch das AHC forte Antitranspirant zu ersetzen(dieses enthält hautpflegende Pflanzenextrakte). Wenn dieses Prinzip klar ist, geht es beim Ersetzen des Antihydral durch AHC forte einfach nur noch darum, selbst einen individuellen Anwendungs-Rhythmus zu finden. 

Auf Grund vieler Fragen und um hier einen Einstieg anzubieten habe ich in meinem Forum ein Beispiel für eine typische Anwendung niedergelegt:
https://www.hyperhidrosehilfe.de/.../213526-hand-und...

Es ist aber wie gesagt nur ein Beispiel. Ist Eure Hand also bereits am Folgetag der Erstanwendung mit Antihydral so trocken, dass ihr Abends ohne Schweißfluss AHC auftragen und einwirken lassen könnt… wunderbar! Dann hat die trocknende Wirkung des Antihydral vermutlich so beruhigend gewirkt, dass es so sehr leicht möglich war die Salbe sehr schnell durch AHC forte zu ersetzen.

Tags: antitranspirant, füße, fußschweiß, hände, handschweiß, Kombinationstherapie, schweißfüße, schweißhände
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